Im Zuhause unserer tierischen Freunde kommen ganz unterschiedliche Materialien zum Einsatz. Viele davon stammen aus Pflanzen – etwa Holz, Stroh oder anderen Pflanzenfasern. Doch was passiert mit diesen Materialien, wenn sie nicht mehr gebraucht werden? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen biologisch abbaubar und kompostierbar?
Wir erklären Dir, wie natürliche Abbauprozesse funktionieren und warum dabei das Material und die richtigen Bedingungen eine wichtige Rolle spielen. Eines vorweg: Biologisch abbaubar bedeutet nicht automatisch, dass etwas in die Biotonne oder auf den Gartenkompost gehört.
Pflanzliche Rohstoffe und natürliche Kreisläufe
In der Natur wird abgestorbenes Pflanzenmaterial nach und nach zersetzt. Dabei helfen kleine Lebewesen wie Pilze und Bakterien. Sie bauen organische Bestandteile ab, sodass diese wieder Teil natürlicher Stoffkreisläufe werden können.
Holz ist ein Beispiel dafür: Es besteht aus verschiedenen natürlichen Bestandteilen, die von spezialisierten Organismen abgebaut werden können. Einer davon ist Lignin. Es macht Holz widerstandsfähig und kann den Abbau verlangsamen. Wie lange der Prozess dauert, hängt unter anderem von der Beschaffenheit des Holzes und seiner Umgebung ab.
Quelle: Fengel, D. und Wegener, G. (1984; Nachdruck 2003): Wood: Chemistry, Ultrastructure, Reactions. Verlag Kessel.

Für CHIPSI verwenden wir PEFC-zertifizierte Holzrohstoffe aus zertifizierten Lieferketten. Der überwiegende Teil der eingesetzten Rohstoffe wird regional rund um unsere Produktionsstandorte beschafft.
CHIPSI verwendet je nach Einstreu unterschiedliche pflanzliche Ausgangsmaterialien. Deshalb lassen sich die Eigenschaften eines Materials nicht automatisch auf jedes andere übertragen. Welche Angaben für Deine Einstreu gelten, erfährst Du bei den jeweiligen Produktinformationen.
Was bedeutet biologisch abbaubar?
Biologisch abbaubar bedeutet, dass Mikroorganismen ein Material unter passenden Bedingungen schrittweise abbauen können. Dafür brauchen sie je nach Material beispielsweise Feuchtigkeit, Sauerstoff, eine geeignete Temperatur und Zeit.
Ein feiner Holzspan verhält sich dabei anders als ein massives Stück Holz. Auch Trockenheit oder Kälte können den Abbau verlangsamen. Biologisch abbaubar ist deshalb kein Versprechen, dass jedes Material überall und in kurzer Zeit vollständig verschwindet.
Was bedeutet kompostierbar?
Beim Kompostieren wird geeignetes organisches Material mithilfe von Mikroorganismen zersetzt. Damit das funktioniert, müssen Luft, Feuchtigkeit, Temperatur und die Mischung der Materialien zusammenpassen.
Nicht alles, was pflanzlichen Ursprungs oder biologisch abbaubar ist, eignet sich automatisch für jeden Kompost. Ob ein bestimmtes Einstreumaterial kompostierbar ist, muss für dieses Material und die jeweiligen Bedingungen geklärt sein. Und selbst eine bestätigte Kompostierbarkeit bedeutet nicht automatisch, dass benutzte Einstreu in die Biotonne darf.
Gartenkompost und industrielle Kompostierung – wo liegt der Unterschied?
Im Gartenkompost ändern sich Temperatur und Feuchtigkeit mit dem Wetter und der Pflege des Komposts. Gerade holzreiche Materialien brauchen hier häufig mehr Zeit. Pilze spielen beim Holzabbau eine wichtige Rolle; bei zu wenig Feuchtigkeit arbeiten sie langsamer.
Für holzreiches, geeignetes Kompostmaterial kann es helfen, es mit frischen, stickstoffreichen Gartenabfällen zu mischen und den Kompost ausreichend feucht zu halten. Das ist eine allgemeine Erklärung des Kompostierens – keine pauschale Empfehlung, jede Einstreu auf den Gartenkompost zu geben.
Industrielle Kompostierungsanlagen können unter anderen, häufig kontrollierteren Bedingungen arbeiten. Welche Materialien sie annehmen, legen jedoch die zuständigen Entsorgungsbetriebe fest. Auch ein biologisch abbaubares Material darf deshalb nicht automatisch in die Biotonne.
Weiterführende Literatur: Götte, R. (2019): Kompostierung im Garten: Biologische Grundlagen und Praxishandbuch. Ulmer Verlag; Thomé-Kozmiensky, K. J. und Beckmann, M. (Hrsg.) (2015): Handbuch der Kompostierung, Band 4 – Biologische Abfallverwertung. TK Verlag.
Wie entsorge ich Einstreu richtig?
Am einfachsten ist es, zuerst auf die Entsorgungshinweise Deiner Einstreu zu schauen. Zusätzlich gelten die Vorgaben Deines örtlichen Entsorgers. Sie können sich von Gemeinde zu Gemeinde unterscheiden.
Besonders wichtig: Saubere, unbenutzte Einstreu und benutzte oder mit Ausscheidungen verunreinigte Einstreu sind nicht gleichzusetzen. Für benutzte Einstreu können zusätzlich hygienische Anforderungen gelten. Falls Du unsicher bist, erkundige Dich bei Deinem kommunalen Entsorger nach dem vorgesehenen Entsorgungsweg.
Und was ist mit der Verpackung?
Einstreu und Verpackung sind zwei unterschiedliche Dinge. Ob ein Einstreumaterial biologisch abbaubar oder kompostierbar ist, sagt nichts über seine Verpackung aus. Achte deshalb auf die Angaben auf der jeweiligen Verpackung und die örtlichen Regeln zur Mülltrennung.
Natürliche Kreisläufe besser verstehen
Pflanzliche Materialien können unter geeigneten Bedingungen durch natürliche Prozesse abgebaut werden. Wie das genau abläuft, hängt vom Ausgangsmaterial, seiner Verarbeitung und seiner Umgebung ab. Mit den passenden Produkt- und Entsorgungshinweisen findest Du leichter den richtigen Umgang mit Deiner Einstreu – für ein sauberes Zuhause Deiner Tiere.
Quelle zum biologischen Abbau von Holz: Fengel, D. und Wegener, G. (1984; Nachdruck 2003): Wood: Chemistry, Ultrastructure, Reactions. Verlag Kessel.
